NKWS (Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie)
Die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) der Bundesregierung, im Dezember 2024 beschlossen, markiert einen entscheidenden Schritt hin zu einer zirkulären Wirtschaft in Deutschland. Sie zielt darauf ab, den Wert von Rohstoffen und Produkten zu maximieren, Materialien effizient zu nutzen und diese langfristig im Wirtschaftskreislauf zu halten. Dadurch sollen Umweltauswirkungen minimiert und die Resilienz und Innovationskraft des Industriestandortes Deutschland gestärkt werden. Die Strategie erkennt an, dass der hohe Verbrauch primärer Rohstoffe ökologische, soziale und ökonomische Kosten verursacht und langfristig nicht nachhaltig ist. Gleichzeitig betont sie, dass die Kreislaufwirtschaft das Potenzial hat, neue Technologien und Geschäftsmodelle anzuregen und damit die Wertschöpfung und Produktivität der gesamten Wirtschaft zu steigern. Deutschland könnte sich dadurch im internationalen Vergleich Wettbewerbsvorteile verschaffen.
Die NKWS orientiert sich am Ziel, den Primärrohstoffverbrauch zu senken, und strebt an, den weltweiten durchschnittlichen Rohstoffverbrauch bis 2050 auf 6-8 Tonnen pro Kopf und Jahr zu reduzieren, wie vom International Resource Panel der Vereinten Nationen vorgeschlagen (UNEP)[1]. Die NKWS betrachtet den gesamten Kreislauf von Produkten, von der Gestaltung und Materialauswahl über die Produktion und Nutzungsphase bis hin zur Wiederverwendung und zum Recycling. Sie setzt auf eine abfallvermeidende Produktgestaltung, effiziente Produktion, längere Produktnutzung und umfassendes Recycling, um Rohstoffe in Kreisläufen zu halten.[2]
Die Strategie verfolgt drei Hauptziele:
- Schließung von Stoffkreisläufen:
- Deutschland unterstützt das EU-Ziel, den Anteil von Sekundärrohstoffen bis 2030 zu verdoppeln.
- Die Qualität von Recyclingprozessen soll deutlich verbessert werden.
- Erhöhung von Rohstoffsouveränität und Rohstoffversorgungssicherheit:
- Deutschland unterstützt die Ziele des Critical Raw Material Act (CRMA) der EU zur Steigerung der Produktions- und Recyclingkapazitäten strategischer Rohstoffe.
- Die Abhängigkeit von einzelnen Drittländern bei der Rohstoffversorgung soll reduziert werden.
- Vermeidung von Abfällen:
- Das Pro-Kopf-Aufkommen an Siedlungsabfällen soll bis 2030 um 10 Prozent und bis 2045 um 20 Prozent sinken (jeweils im Vergleich zu 2020).
Die NKWS enthält ein Bündel aus Maßnahmen und Gesetzesinitiativen, den Einsatz digitaler Technologien, öffentlicher Beschaffung, Förderprogrammen, Forschung, Qualifizierung und Wissenstransfer, um diese Ziele zu erreichen.
Die NKWS ist somit ein umfassender Rahmen, der darauf abzielt, Deutschland in eine ressourcenschonende und zirkuläre Wirtschaft zu transformieren. Die Strategie bildet eine Grundlage für die weitere Arbeit. Um eine effektive Umsetzung zu gewährleisten, soll der bereits etablierte Dialog mit Akteuren aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft im Rahmen einer eigens dafür geschaffenen Plattform für Kreislaufwirtschaft fortgesetzt werden.
Für Unternehmen der Möbel- und Interieurbranche, die in Deutschland ansässig sind, bedeutet die NKWS, sich mit dem Konzept Kreislaufwirtschaft weiter zu befassen. Durch die öffentliche Beschaffung wird bspw. neue Anforderungen im Sinne der Kreislaufwirtschaft an die Unternehmen stellen. Unternehmen, die sich frühzeitig auf die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft einstellen, können nicht nur einen Beitrag zum Umweltschutz leisten, sondern auch ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken und durch die Dialogplattform der NKWS ihre eigenen Eindrücke einfließen lassen. Unternehmen die hier eine Vorreiterrolle spielen, können erhebliche Marktvorteile erlangen.
[1] UNEP International Resource Panel (2024): Global Resources Outlook 2024, https://www.resourcepanel.org/reports/global-resources-outlook-2024
[2] https://www.bmuv.de/download/nationale-kreislaufwirtschaftsstrategie-nkws