European Green Deal

Um die Nachhaltigkeitsbemühungen im Wirtschaftsraum Europa regulatorisch zu unterstützen wurde in 2019 der European Green Deal als Wachstumsstrategie der Europäischen Union entwickelt. Der Green Deal umfasst ein Paket politischer Initiativen, die der EU den Weg zum nachhaltigen Wandel weisen, um das übergeordnete Ziel der Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen und gleichzeitig die eigene Wettbewerbsfähigkeit auszubauen. Dabei leistet er außerdem den Beitrag der EU zum Pariser Klimaschutzabkommen, das die EU und alle ihre Mitgliedstaaten ratifiziert haben und in dem das Ziel festgelegt wurde, die Erderwärmung gegenüber dem vorindustriellen Niveau auf höchstens 1,5 °C zu begrenzen.

Der European Green Deal unterstützt den Wandel hin zu einer gerechten und prosperierenden Gesellschaft mit einer modernen und wettbewerbsfähigen Wirtschaft. Er fordert, dass alle Politikbereiche zur Bekämpfung des Klimawandels beitragen müssen. Die Strategie beinhaltet Maßnahmen in diversen Wirtschaftszweigen wie Energie, Verkehr, Industrie, Landwirtschaft, nachhaltiges Finanzwesen usw. Darüber hinaus beschreibt der European Green Deal, dass die Kreislaufwirtschaft ein wichtiges Element der nachhaltigen Wirtschaft Europas ist, woraus sich der Circular Economy Action Plan ableiten lässt.

Abbildung 1: European Green Deal (eigene Darstellung)

Circular Economy Action Plan

Der Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft (Circular Economy Action Plan, CEAP) wurde im März 2020 von der Europäischen Kommission angenommen und ist ein zentraler Bestandteil des Europäischen Green Deals. Er soll den Übergang der EU zu einer Kreislaufwirtschaft beschleunigen, um in Zukunft Rohstoffsouveränität und Rohstoffversorgungssicherheit zu gewährleisten, nachhaltiges Wachstum zu fördern und Arbeitsplätze zu schaffen. Zudem ist er entscheidend für die Erreichung der Klimaneutralität bis 2050 und den Schutz der biologischen Vielfalt. Der Aktionsplan umfasst Maßnahmen für den gesamten Produktlebenszyklus: von der Gestaltung über die Produktion bis hin zur Entsorgung. Er zielt darauf ab, nachhaltigen Konsum zu fördern und Abfälle zu vermeiden, um Ressourcen möglichst lange in der EU-Wirtschaft zu halten und soll als international als Vorbild für eine nachhaltige Wirtschaft dienen. Um einen Markt für nachhaltige Produkte zu schaffen, wurde die Ökodesign-Richtlinie erweitert und digitale Produktpässe eingeführt. Diese Pässe sollen alle relevanten Informationen über ein Produkt während seines gesamten Lebenszyklus bereitstellen. Das Europäische Parlament hat diese neuen Regeln im April 2024 angenommen.[1]

[1] https://www.europarl.europa.eu/topics/de/article/20210128STO96607/wie-will-die-eu-bis-2050-eine-kreislaufwirtschaft-erreichen